Beitrag von meinem Lieblings – Gast – Autor  Andreas Hrubey

zum Thema
JeKami ???

I) Prolog

Völlig ahnungslos saß ich eines Tages im Robinsonclub Amadee an der Bar, las gemütlich mein Buch ( Steven Gerrard – Autobiography) und trank ein Weißbier.

Es war gegen 16.30 Uhr., als irgendwann ein Robin auftauchte und nach einer mir damals noch komisch anmutenden Melodie irgendwas ankündigte.

Ich hörte nicht einmal zu.

Er fing an, mit einem CD Player Musikstücke anzuspielen und ich bekam immerhin mit, dass man aufgefordert wurde, den Interpreten oder die Band zu erraten…

Ein paar Sachen kamen mir bekannt vor und ich rief mal so: „Stairway to Heaven, LED ZEPPELIN“

„Ja super, können wir aber nicht werten, du hast nicht „Bommel“ gesagt!!“

Was bitte ist „Bommel“ dachte ich. Im Hintergrund rief jemand: „Bommel, Led Zeppelin“ und bekam einen runden Plastikchip.

Da ich das ein bißchen ungerecht empfand, begann ich vom Buch aufzuschauen oder vielmehr aufzu-hören. Das nächste Lied wurde angespielt und ich rief etwas lauter als beim erstenmal „Joan Jett and the Blackhearts!!“

Hinter mir wieder: „Bommel, Joan Jett and the Blackhearts!“

Der Robin gab der Dame wieder einen Chip, nicht ohne mich mit einem leich hämischen Grinsen zu bedenken.

SODALE, jetzt reichts, dachte ich mir…ich habs verstanden!

Kurzum, nach „Bommel, AC/DC!“ und zehn weiteren Chips, die ich sauber vor mir auf der Theke stapelte wurde abgerechnet…ich hatte elf (11) Chips und knapp gewonnen.

„Sauber“, murmelte ich und wollte mich meiner Lektüre zuwenden, als der Robin mir einen Gutschein über eine Flasche Prosecco reichte. „Gratuliere zum JeKaMi Sieg!“

„Zu was?“

„Ja, du hast das JeKaMi gewonnen!“

„Und was heißt das?“

„Mann, JE-KA-MI, JEder Kann Mitmachen!“

„Ahhhh jetza, super, merci“, bedankte ich mich und behielt für mich, dass ich bis dato immer dachte, das hieße „Jeder kann mich mal“ oder so ähnlich.

Stolz kam ich aufs Zimmer mit einer Flasche Prosecco und den Worten: „He schaut mal, hab ich eben gewonnen!!!“

Nachdem die Beifallsstürme ausblieben, nahm ich mir vor, es gleich am nächsten Tag nochmal zu versuchen und legte mir ein paar Ausreden zurecht um auch ja nicht wandern zu müssen oder in die Sauna, jedenfalls NICHT um 16.30 Uhr!!

II)  So ging es weiter

Das war der Anfang einer steilen Karriere.

So dachte ich jedenfalls. Leider passte halt das Thema des letzten Tage so gar nicht und ich las gegen 17.00Uhr ( 🙂 ) wieder etwas enttäuscht in der Bar mein Buch weiter.

Die verbleibenden Urlaubstage lief es besser. Die Ausreden, gerade um 16.30 an der Bar sitzen zu müssen und zu lesen wurden immer ausgefallener.

Bei der Abreise hatte ich vier (4) Flaschen Prosecco, die ich auf Anweisung meiner besseren Hälfte verschenken mußte (grrrrrrrr!)

Aber, das JE-KA-MI Fieber war geweckt.

Im Anschluß daran konnte ich auch meine Kinder und mit Abstrichen meine Frau davon überzeugen, dass es nichts besseres gibt als JE-KA-MI… was mittlerweile dazu führt, dass wir sogar als Team auftreten können, sofern das erlaubt ist und mich mein Sohn (12) vor der Abreise nach Ampflwang letzte Woche mit den Worten überraschte (eigentlich war es keine Überraschung):

„Du Papa, ich will dich ja nicht unter Druck setzen, aber du weisst ja, JE-KA-MI und so… ich erwarte da schon ein, zwei Siege“

Nun gut, er konnte beruhigt sein, wir gewann in vier Tagen, drei JE-KA-MIs und er war beruhigt.

Er war auch froh, dass es diesmal keine Mütze mehr gab (damit können wir bereits einen eigenen Laden aufmachen) und keine Wasserflasche (damit auch), sondern zwei adidas Bälle und ein Visitenkartenetui, was man gerade als 12-jähriger ja unbedingt brauch.

Um auch den anderen, meist enttäuschten Gesichtern eine faire Chance für die nächsten JE–KA– Mis zu geben, gibt es nun von mir ein paar gut gemeinte Tipps ( 🙂 )
III) Tipps und Tricks 🙂

  1. Vorbereitung

Zu Anfang muss man erstmal herausbekommen, wann das JE-KA-MI im jeweiligen Club denn stattfindet, meistens so um 16.30h oder um 17.00 Uhr, also im Anschluss an den Roby-Tanz 🙂

Am besten informiert man sich schon am Tag der Anreise am Aushang oder in der Roby Zeitung.

Auch der Ort ist wichtig, meistens ist es das legendäre Schachbrett, welches in JEDEM Club zu finden ist. Achtung: Manchmal kann das JE-KA-MI auch an die Poolbar verlegt werden, um dahingehend Überraschungen zu vermeiden und nicht erst nach der fünften Frage dort einzutreffen, empfiehlt es sich, seine Kinder im Vorfeld strategisch an den möglichen „Wettkampfstätten“ zu positionieren. Ich werde demnächst die eingehenden Meldungen mit den verteilten Handys koordinieren um auf eventuelle Standortverlegungen schneller reagieren zu können.

2.Platzwahl

Diese ist äußerst wichtig. Am besten versucht man schon länger anwesende Gäste unauffällig zu fragen: „He, sorry, wo stehtn immer der Typ, der das JE-KA-MI macht?“

Danach platziert man sich geschickt möglichst in der Nähe. Das hat den Grund, dass die oft etwas lauffaulen JE-KA-MI Robins (im folgenden JR genannt) einen kürzeren Weg haben, um die Antworten entgegenzunehmen. Meistens ist das ein Platz an der Bar oder zumindest in Reichweite.

3.Beobachtung der potentiellen Gegner

Auch sehr wichtig. Am verdächtigsten sind die Gäste, die sich am unauffälligsten verhalten und bereits ca. 15 Minuten vor Beginn auch nach den strategisch günstigsten Plätzen Ausschau halten.

Sie haben  in der Regel ein Mineralwasser in der Hand um sich besser konzentrieren zu können. Alle mit Bier nehmen entweder nicht teil oder sind keine größere Gefahr. Empfehlenswert ist auch, sich mit den länger anwesenden Gästen auf einen kleinen Plausch einzulassen. Meistens erfährt man dann so Sachen wie „OUOUOU, der da drüben hat schon dreimal beim JE-KA-MI gewonnen.“

4.Die richtige Stimme/Stimmlage

Wenn es heiß her geht und der Stand noch knapp ist, ist es manchmal entscheidend, jemanden mit einer hellen, aufdringlichen Stimme im Team zu haben. Diesen Part übernimmt bei uns entweder meine Tochter oder meine Frau. Sie werden beim „BOOOOOOMMMMEEEEEEL“ vom JR wesentlich intensiver gehört. Nicht vergessen, es geht oft um Zehntelsekunden. Hat diese Stimme dann das Stichwort gerufen, kann auch ich antworten 🙂

5.Taktik

Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder, man hält sich am ersten Tag noch etwas zurück, um die Gegner und ihr Wissen und Spezialgebiete besser taxieren zu können, das zahlt sich dann langfristig aus, oder (wenn der Aufenthalt nicht sehr lange ist < eine Woche) man versucht die Mitspieler bereits am Anreisetag zu demoralisieren, so dass diese die nächsten paar Tage aus Furcht vor einer weiteren Niederlage sich gar nicht mehr blicken lassen.

Merke: Je weniger Gegner, umso höher die Gewinnwahrscheinlichkeit.

6.Verhalten nach dem Triumph

Empfehlenswert ist, nach dem Sieg, sich möglichst bescheiden zu geben mit Worten wie: „Mei des war nur Glück“, oder „Das war zufälligerweise genau mein Spezialgebiet“ . Daurch vermeidet man allzu großes Aufsehen und vor allem die unterschwellig vorhandenen Gefühle der Mitspieler wie „na warte, dem zeig ichs!“ oder „heut nacht lerne ich wikipedia auswendig“ werden unterdrückt.

Das funktioniert aber nur eine begrenzte Anzahl von Tagen.

Gewinnt man öfters am Stück, merkt man das nämlich an den Blicken im Speisesaal, welche von bewundernd bis rachegesteuert vorhanden sein können.

7.Dieser Text ist satirisch mit einem klitzekleinen Wahrheitsgehalt. Auf zu mächsten JE-KA-MI!!

Sobald wir in Kürze unser 50. JE-KA-MI gewonnen haben, gehe ich in Rente und mache erstmal Urlaub, bei

R.O.B.I.N.S.O.N

🙂

copyright 2013 Andreas Hrubey


Ute · Juli 24, 2013 at 15:12

Herrlich! Du sprichst mir aus der Seele! Ich bin genau so ein Jekami Freak! Dein Bericht kommt mir sehr bekannt vor…leider habe ich mittlerweile mehr Winner Shirts als ich zählen kann 😉 …Sekt ist da eindeutig die bessere Variante xD
Die Zurückhaltung nach einem Sieg fällt mir aber manchmal sehr schwer xD
Angefangen habe ich übrigens mit 15 oder 16 im Lyttos Beach Kreta, allerdings bekam man da nach jeder 3. richtig beantworteten Frage ein Glas Sekt zum Soforttrinken und meine Mutter hat nach meinem 3. Glas Sekt mir den Rest abgenommen und ein Machtwort mit mir gesprochen…gespielt wurde aber auch in der prallen Sonne 🙂

Kommentar verfassen

Related Posts

Reise

Guglwald  – Genussmomente im Mühlviertel

Unsere Bloggertour 2017 führte uns diesmal wieder nach Österreich, aber in eine ganz andere Ecke. Das Mühlviertel grenzt im Westen an Bayern, im Norden an Südböhmen und im Osten und Südosten an Niederösterreich. Und direkt an der tschechischen Grenze befindet sich das Hotel Guglwald. Das Vier Sterne Superior Wellnesshotel Guglwald liegt eingebettet in einer ruhigen und idyllischen Hügellandschaft. In dem familiär geführten Hotel wird ein besonderer Augenmerk auf Entspannung und kulinarische Genüsse gelegt. Kontinuierlich wurde das einstige Gasthaus von Generation zu Generation zu einem Top-Hotel umgebaut und erweitert. Astrid und Alexander Pilsl führen das Hotel mittlerweile in der sechsten Generation.

Reise

See-Idyll mit Tradition – Ebner’s Waldhof in Fuschl am See

Nächster Stopp – Ebner’s Waldhof Diesmal ging es fast in die „Nachbarschaft“. Keine 2 Stunden von Zuhause und 20 Kilometer von Salzburg entfernt, liegt der schöne blau-grüne Fuschlsee. Das, von der Familie Ebner geführte, Hotelresort Read more…

Reise

Hotel Friedrich – eine Perle in Südtirol

Hotel Friedrich in Welschnofen Karersee - Eggental  - Dolomiten - Südtirol Eigentlich sollten wir darüber gar keinen Blogbeitrag schreiben, damit es auch noch länger ein Geheimtipp bleibt. Aber gut, wir wollen mal nicht so sein.

%d Bloggern gefällt das: